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Sigma 12-24mm 4.5-5.6 II DG HSM

Das Sigma 12-24mm ist der Preis-Leistungs-Sieger, wenn es um Bildqualität, Brenn- bzw. Ultraweitwinkelbereich und Leistung geht. Das Objektiv bietet im Vollformatbereich eine extreme Brennweite von 12mm. Zwar nicht Verzerrungsfrei wie es bei einem Canon 11-24mm F/4 L der Fall ist, es ist aber weitaus günstiger und für die allermeisten Zwecke im ambitionierten Fotografiebereich zu verwenden. Kostet das Canon gebraucht über 2.000€, bekommt man das Sigma für unter 400€ (gebraucht).

Optionales Zubehör (Bilder enthalten links)

Der Weitwinkelbereich

Der Weitwinkelbereich deckt den noch gebräuchlichen Ultraweitwinkelbereich (UWW) von 12mm bis zum öfter genutzten Bereich von 24mm ab. Man trifft ab & an auf Portraitfotografen/innen, die auf diese Brennweite schwören, wenngleich sie auch eine Festbrennweite und eine Blende von 1.4 nutzen. Wer es nicht unbedingt darauf anlegt Sterne fotografieren zu wollen, sprich Astrofografie, der benötigt auch keine hohe Lichtstärke. Das Sigma ist nämlich extrem lichtschwach, da es erst mit einer Blendenöffnung von 4.5 beginnt. Das ist aber gewiss kein Drama bei der Verwendung des Objektiv.

Anwendungsgebiete

Viele Kameranutzer/innen beschwören Objektive, die in den Ultraweitwinkelbereich gehen, oft als Spielzeug, denn ernsthafte Fotografie sei durch die starke Verzerrung nah am Objektiv nicht möglich. Sie mögen recht haben, denn viele mögen die Verzerrung von 12mm nicht. Besonders, wenn man damit Portraits machen will. Das Ergebnis ist ein unförmiges Gesicht. 

Dennoch lässt sich das Objektiv auch seriös und kommerziell nutzen. Ich mache seit zwei Jahren Fotos in der Berliner Shisha-Bar-Szene und alle sind vollkommen aus dem Häuschen, wenn sie die Bilder von ihren Lounges sehen. Hier kann man es ganz klar kreativ nutzen. Architekten und Innenaufnahme-Fotografen/innen werden Linien begradigen oder von Anfang an ein Tilt-Shift-Objektiv zur Hand nehmen. Um aber Action & Dynamik im Bild zu erzeugen, greife ich lieber auf die extremen Brennweitenbereiche zurück. Mir macht es mehr Spaß und den Kunden freut es.

Natürlich kann man mit so extremen 12mm noch weiter gehen und probiert sich in der Landschaft neu aus. Auch wenn ich neuerdings ein Fan von Teleobjektiven bin, kommt das Weitwinkel dennoch mit auf Reisen. Wenn man es optional mit Filtern aufrüstet, ergeben sich selbst am Tage wundervolle Aufnahmen. Stichwort: Langzeitaufnahmen, wie hier auf Island.

Hierfür hatte ich mir extra eine stabile Halterung von HAIDA geholt, denn durch die spezielle Bauform des Weitwinkels hat man kein Drehgewinde. Dementsprechend teuer wird es dann für die Halterung und Filter. Da kann man zusätzlich 250€ drauflegen, wenn es noch ein ND 3.0 werden sollte. Den empfehle ich auf jeden Fall.

 

Schwachpunkt ist die starke Vignette an den Rändern. Hat man diese schon auf 12mm bei Blende 4.5, so wird diese durch den Filter noch mehr verstärkt. Bei Landschafts- und Innenaufnahmen nehme ich grundsätzlich mindestens Blende 8 bis 11. Man arbeitet dann mit Stativ und benötigt zwar mehr Zeit, hat aber weiteraus mehr Qualität am Bild. Durch das Abblenden verringert man die Vignettierung deutlich. Dennoch wird sie durch Neutral Density (ND) Filter verstärkt. 

Fazit

Das Sigma 12-24mm 4.5-5.6 II DG HSM ist eine wertvolle Investition für all die Fotografen/innen, die extreme Perspektiven lieben und sich nicht an fallende Linien in der Architektur oder Krümmungen an den Rändern stören. Da die modernsten Kamera über ausgereifte Sensoren verfügen, die hohe ISO-Bereiche zulassen, kann man das Sigma sogar für Astro-Fotografie nutzen. Ich würde dennoch auf lichtstarke Objektive ab 2.8 oder weniger zugreifen. Ganz einfach weil die Qualität nochmals besser ist. Das 12-24 ist ein Allrounder in der (Ultra)weitwinkel-Kategorie und schlägt sich wacker. Ander als bei einem Canon 17-40mm ist es eine super Ergänzung zu einem 24-105mm oder einem 24-70mm. Hier hat man dann ein weiteres Objektiv, was sauber an die Beiden Möglichkeiten anschließt.

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