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4. Etappe - Tjäktja nach Sälka Stuga

TJÄKTJA - SÄLKA ( 12KM / 4-5H )

 

Streckenprofil: über den Tjäktjapass (1'150 m.ü.M.)
Übernachtung: unterhalb der Sälkastuga
Hütte: Sälka mit Sauna, kleinem Shop &Hüttenwart/Hüttenwärtin
Wetter: leicht bedeckter Himmel, dann stark bewölkt, Regen und kräftiger Wind
Fauna: Rentiere, Rentiere, Rentiere
Flora: es ist weiterhin karg und steinig 
Wanderer: sogut wie keine Wanderer in Sicht
Temperatur: relativ frisch, um die 5-8°C,  bei stark, böigem Wind gefühlt -2°C
Essen: wie fast jeden Morgen Müsli, was immer besser schmeckt, Pasta Bolognese
Highlight: Die Toilettenentfernung von 250-300m
Empfehlung: bei schlechtem Wetter die Sälkastuga nutzen, im Gebirge regnet wirklich alles ab


Das Zelt bauen wir im trockenen Zustand ab. Die Nacht über hat es nur vereinzelt geregnet, doch ein paar Minuten später setzt wieder leichter Regen ein. Tiefdunkle Wolken hängen in den Bergen fest. Der Wind weht unnachlässig von vorne & bläst die teilweise hunderte Meter entfernten Wolken aus dem Gebirge direkt in unsere Gesichter. Da ich auf Betriebstemperatur laufe, ist es aber angenehm. Uns kommen Wanderer aus Richtung Sälka entgegen. Ihre Hosen sind klitschnass und die Schuhe wasserdurchtränkt. Sarahs Motivation sinkt bei diesem Anblick noch schneller als meine. Was anderes als weiterzugehen bleibt uns aber nicht übrig. Bei diesem Wetter wollen wir Beide keine weitere Nacht im Zelt verbringen. Wir wandern über weitere Areale, die ohne die Holzbohlen nicht passierbar wären. Die gesamte Fläche ist ein Moorgebiet und schwimmt förmlich im Wasser. Das Wetter ist so schlecht, dass ich die Kamera die gesamte Etappe über im Rucksack lasse. Nach knapp 2-3 Stunden sehen wir endlich die nächste Hütte in Sälka. Die Entfernung zur Hütte trügt & es wird noch über eine Stunde dauern, bis wir die sie erreichen. Wir hoffen, dass sie nicht ausgebucht ist. Bei diesem Wetter hat man schlechte Karten. Wir haben dennoch Zelte gesehen, die bei den widrigen Bedingungen direkt in der Nähe von den STF-Hütten aufgebaut waren. 

Sarah hat seit Beginn des Kungsleden mit Schnupfen zu kämpfen. Der schlechte Schlaf im Zelt, die Kälte & der Regen. Das alles setzt ihr elendig zu, aber sie bleibt hartnäckig und hält sich wacker. Selbst wenn vor uns die nächste Anhöhe kommt, bei der ich ins schwitzen gerate. Es sind nur noch 1-2 km bis bis zur Hütte. Ich laufe voran und nutze die eigenen Pausen, um die zurückliegende Landschaft zu bestaunen. Hinter uns breitet sich das Tal mit gelben & roten Tönen aus. Wie prachtvoll würde es wohl leuchten, wenn die Sonne darauf scheint? Sarah verschwendet in ihrem Zustand keinen Gedanken daran und     schließt auf. Auf die letzten Meter bis zur Hütte gehen wir parallel zu einem Fluss und überqueren eine kleine Brücke. Wir haben die STF-Unterkunft von Sälka erreicht. Lange sind wir nicht unterwegs gewesen, denn gegen um 14 Uhr kommen wir an. Als erstes informieren wir uns über das Wetter. Es sieht weiterhin nicht gut aus, doch der Regen soll in den nächsten Tagen deutlich weniger werden. Der Wind hingegen bleibt mit bis zu 15-20 m/s sehr stark. Wir buchen eine Nacht im Mehrbettzimmer mit 6 Betten & decken uns mit Schokolade, Salami und Cola ein. Nervennahrung ist Abends die beste Medizin. Ich befeuer den Ofen & nach wenigen Minuten herrschen hier gefühlt 30°C. Das eine Pärchen nach uns reißt sofort die Fenster auf.

Aus unserer Hütte sitzen am Abend fast alle beisammen. Es gibt einen älteren Mann, den wir ab und zu in einer STF-Hütte treffen. Er scheint an einer Geschichte zu schreiben, denn er ist mit nichts anderem beschäftigt und lässt sich auch nicht stören. Gegenüber von uns sitzt ein älteres Pärchen. Sarah & Ich wissen noch immer nicht, wo sie herkommen. Aus Deutschland, Österreich oder Schweden? Wir haben keine Ahnung, aber was wir wissen ist, dass sie leidenschaftliche Weltenbummler sind. Sie haben sich auf einem Berg das Ja-Wort gegeben; sind auf dem Kungsleden gewandert, der noch nicht so kommerziell war oder fuhren mit einem skandinavischen Bus, dessen Bremsen versagten. Extrem spannende Geschichten am Abend, wovon wir mehr oder weniger gerne träumen. Auch bei dieser STF-Hütte gibt es die Möglichkeit in die Sauna zu gehen. Die nutze ich am Abend, mit abschließender Reinigung im Fluss. Die Saunagänge wirken so erholend & die Abkühlung im Fluss sehr befreiend. Danach gehe ich in meine oberes Bett. Sarah & Ich schlafen schnell ein & tanken unsere Energiereserven für Morgen auf.

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